deutsch thlIngan

GENOKO

Vermischtes aus dem 20.jahrhundert

Folgende stichworte werden hier kurz angesprochen:

Meine kommentare hier triefen von sarkasmus und zynismus; sei also gewarnt nicht alles wörtlich zu nehmen! Aber soviel intelligenz trau ich 'meinen' lesern zu...


Für die freunde deutscher sprache und kultur

Hier ein paar texte deutscher schriftsteller wie sie geschrieben wurden; Also nicht die mehrfach überarbeiteten fassungen, wie sie in büchern heute abgedruckt werden, sondern die originale!

Pfaffe Konrad "Rolandslied" (geschrieben 1170)
Si waren helde vil guot,
der keiser was mit in wol behuot.
Si waren kuske unde reine,
den lip furten si veile
durch willin der sele.
Sine gerten nichtis mere,
wan durch got irsterbin,
daz himilriche mit der martire irwerben.
Geschichte der deutschen literatur, band 1, von Max Wehrli, Reclam 1980, 200
Wolfram von Eschenbach "Parzival" (verfasst: 1200/1210)
ôwê werlt, wie tuostu sô?...
du gîst den liuten herzesêr
unt riwebaeres kumbers mêr
dan der freud. wie stêt dîn lôn!
sus endet sich dîns maeres dôn.
Geschichte der deutschen literatur, band 1, von Max Wehrli, Reclam 1980, 315
Hermann Bote "Dil Ulenspiegel" (druck: 1510/1511)
Die bürin machten ein geröhel vnnd ein rumor. Ein, die het so vil gehebt, die ander so vil, die drit des gleichen vnnd so füran, so daz sich die frawen darüber mit denn eimern, logelen vnnd Fleschen zů den köpffen wurffen vnd schlůgen vnd gossen sich mit der milch in die ougen in die kleider vnnd vff die erden geschüttet so das es eben da gestalt war, als het es milch geregnet.
Geschichte der deutschen literatur, band 1, von Max Wehrli, Reclam 1980, 920
Martin Luther "Bibel" (lebte: 1483/1546)
...das man den kindern yhr brott neme vnd werff es fur die hunde...
[1517] Ach gott schaff yn myr eyn reynes hertz und ernewe yn meym ynwendigsten eyn richtigen geist
[1525] Schaffe myr got ein reines hertze und ernewe ynn myr eynen willigen geyst
[1531] Schaffe jnn mir gott ein rein hertz vnd gib mir einen newen gewissen geist
Geschichte der deutschen literatur, band 1, von Max Wehrli, Reclam 1980, 1008
Hans Sachs "Schuster Hans" (verfasst: 1524)
Secht nur an, liebe köchin, wie reden die leyen so gar freflich gegen uns geweychten! Ich main, der teuffel sey in dem schuster vernet: er hat mich in harnisch gejagt, und wer ich nit so wol gelert, er het mich auff den esel gesetzt.
Geschichte der deutschen literatur, band 1, von Max Wehrli, Reclam 1980, 1063

Wie man sofort und auch ohne geschultes auge erkennen kann, bricht natürlich sofort die gesammte deutsche kultur zusammen, würde man eine reform der deutschen sprache beschließen in der beispielsweise die großschreibung abgeschafft wird...


Das deutsche alfabet

Ich bin kein sprachwissenschaftler, aber ich habe eine eigene meinung -- und die findest du hier.

Bei echten alfabeten ist jedem buchstabe genau ein laut zugeordnet und jedem laut ein buchstabe. Das erfüllt eigentlich keine der gesprochenen sprachen dieser erde, manche sind aber recht nah dran. Bei den meisten europäischen sprachen werden manchen buchstaben mehrere laute zugeordnet und manchen lauten mehrere buchstaben. Daraus folgt stures auswendig lernen der schreibweisen der wörter, mit logischem denken kann man sich da nicht helfen; Das ist vom chinesischen in dem es für jedes wort ein eigenes zeichen gibt nicht weit weg. Beispielsweise "saal", "tal" und "zahl" oder "vorbei" und "fort". Hört man ein unbekanntes wort kann man es oft nicht einmal in einem lexikon nachschlagen, man kennt ja die schreibweise nicht!

Wir benutzen nämlich gar kein echtes, deutsches alfabet; dummerweise wurde das lateinische alfabet der deutschen sprache aufgepresst woher das ganze rechtschreib-übel kommt.

Hier also das versprochene alfabet:

a
aa Manchmaal schreibt man "a" eben "lang"; so wie in "saal"...
ah Wie wäre es mit "thahl", ihr hüther theutscher khulthuhr?
ä
b
c Ein einzelnes "c" gibt es eigentlich nicht. Wenn, dann wird es als "k" oder als "z" ("ts") gesprochen; Also zwei laute und eine schreibweise, obwohl es für beide laute eine naheliegendere schreibweisen gäbe.
ch "ch" wie in "nicht". Ein laut, also ein buchstabe. Aber: heißt es nun "kemie", "schemie" oder "chemie"? 'Natürlich' heißt es "chemie" mit "ch" wie in "dach"; Die aussprache dieses lautes scheint nur manche zu überfordern.
ch "ch" wie in "nacht"; wird tatsächlich anders als das "ch" wie in "nicht" gesprochen! Somit haben wir eine schreibweise für zwei laute.
d
e
ee Die "seele" ist eben keine "sehle"...
eh "gee-en" oder "gee-hen"?
ei Nein, nein. Ganz was anderes als wie in "be-inhalten".
f
g
h
i
ie
ih
ieh jaja, sowas kommt auch vor...
j
k
l
m
n "n" wie in "nennen".
n "n" wie in "fangen" und "denken"; das klingt anders als das "n" in "nennen"! Also schon wieder zwei laute für einen buchstaben.
o
ö
oi wie in "neu", "mäuse"...
p
ph Die griechen haben einen buchstaben den sie seit über zweitausend jahren als "f" sprechen. Nach ISO-norm schreibt man in einer transliteration dieses buchstabens in die lateinische schrift ein "f". Dummerweise haben die deutschen (und andere) das immer noch nicht gemerkt und schreiben "ph" daphür...
q "q" kommt (im deutschen) gar nicht als buchstabe vor.
qu Manche sprechen "kual" und andere "kwal", welcher laut ist richtig? Was für eine qual...
r
s "s" wie in "küssen" oder "fließen".
s "s" wie in "sense", "sausen" und "daß". Toll, gell? schon wieder ein buchstabe, zwei laute und keine regel dafür.
ß Eigentlich "sz".
sch Nein, nicht "s" gefolgt von "ch", sondern ein laut...
st erstaunlicherweise sind "gäs-te" keine "gä-schte"! also eine buchstaben-kombination mit zwei verschiedenen aussprachen.
t
t Das "t" in "nation" wird eigentlich "natsion" gesprochen, daher würde sich "nazion" als schreibweise anbieten.
u
ü
v Es gibt kein "v"; Dieses zeichen wird entweder "w" oder "f" gesprochen, aber warum schreiben wir dann nicht "w" oder "f"?
w
x Heist es nun "le-ksi-kon" oder "lek-si-kon"? und warum schreiben wir dann nicht "leksikon"?
y Es gibt kein "y"; Es wird meist "ü" oder "j", manchmal auch "i" gesprochen. Irgendwie ist der deutsche sich noch nicht einmal klar ob es ein konsonant oder ein vokal ist. Dabei gibt es für jede dieser aussprachen bereits einen passenden buchstaben...
z Wird manchmal "ts" gesprochen; meißt ist das "z" aber ein eigener laut...

Viele aussprache-beispiele stammen aus dem PONS "englisch-deutsch". Der band "Deutsche Rechtschreibung" des Duden-Verlags (20.auflage) bietet auch beispiele für die korrekte aussprache im deutschen; im 'Duden' werden dazu folgende perfekt geeignete beispiele benutzt, bei denen jeder deutsche sofort und zweifelsfrei die richtige aussprache weiß:
bronchien, browning, butler, café, celsius, centime, fair, franc, gin, handikap, impromptu, live, master, regie, shake, timbre, ...
Andererseits weiß auch jeder nicht-deutsche seit seiner geburt, wie er bronchien zu sprechen hat ;-)

Wäre es nicht schön, wenn jedem laut genau ein buchstabe und jedem buchstabe genau ein laut zugeordnet wäre? Würde das nicht vieles vereinfachen? Wenn da nicht das lästige umgewöhnen wäre...

Wer angefangen hat nachzudenken findet unter folgendem verweis mehr: Institut für deutsche sprache (irdischer link) Aber vielleicht ist es für eine reform schon zu spät? Schließlich bringt der Bayerische Rundfunk 'Wetter-News' und der RTL sein 'weekend', wozu also noch lange über das uncoole deutsch als sprache nachdenken...

©Gerhard Kozuschek 1996-12-04, version 2005-01-06